Ein Blog für die Mütter der Welt

Da mein letztes Joggerblog so viel Aufmerksamkeit erregt hat, hier mein Plädoyer für Mütter:

Wir schneiden uns die Zeit aus den Rippen, wenn wir nicht gerade unserer Brut hinterher jagen oder unseren Mann bespaßen.

Wir tun es aus Liebe / mit Hingabe / weil uns manchmal nix anderes übrig bleibt.

Wir sind Menschen! Und deshalb wollen wir auch als solche behandelt werden.

Wir sind keine Schubladenspezies, die immer dann hervorgezogen wird, wenn es um die Rechte der Frauen / der Familie / der Benachteiligten geht.

Wir sind allzeit bereit: 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, und fordern dafür bisher nicht mehr als ein Lächeln, ein Geschenk, ein bisschen Anerkennung und auch mal Zeit zum Luftholen.

Wir denken mindestens immer für zwei: Erst an die Kinder, dann an uns. Biologisch, psychologisch oder evolutionär bedingt, sucht euch was raus. Deshalb sind wir auch meist als letzte fertig oder machen Druck, damit die anderen auch in die Puschen kommen.

Wir bilden uns weiter: Im Badezimmer auf der Waschmaschine / im Bus zwischen kreischenden Schulkindern / nachts neben dem Kinderbett / im Laden beim Einkaufen zwischen „Frauenzeitschriften“ / in und an Unis, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, während unsere Kinder und Männer unsere ungeteilte Aufmerksamkeit fordern.

Wir tun das Gleiche wie unsere Männer, aber wir sind nicht wirklich sichtbar, da wir nicht an öffentlichen Plätzen agieren, sondern im „Privatraum“, den wir auch zu unserem Schutz hermetisch abriegeln, um uns nicht noch mehr niedermachen zu lassen.

Wir sind keine Krippenplatzhennen! Wenn wir könnten, würden wir unsere Kinder selbst erziehen, nebenbei Geld verdienen und aussehen wie aus einer Hochglanzillustrierten. Aber die Illusion, alles miteinander verbinden zu können, müssen wir uns abschminken, denn:

Wir wollen Teilzeitstellen, die in der BRD nicht wirklich vorhanden sind und auch nicht geschaffen werden. Bisher habe ich trotz Qualifikation nur Absagen bekommen, weil es „leider nur Vollzeitstellen“ gibt, die natürlich an Frauen ohne Kinder vergeben werden.

Wir wollen flexible Arbeitgeber, die nicht gleich mit den Augen rollen, wenn die Kinder mal krank sind. Haben die schon vergessen, dass sie auch mal Kind waren?

Wir wollen nicht immer erst politisch werden, um unser Recht zu bekommen.

Wir wollen Spaß haben, auch bei der Arbeit. Wir sind motiviert, haben die Zukunft im Blick, wollen unseren Beitrag leisten zu dieser Gesellschaft und nicht von ihr abgeschoben werden.

Und, liebe Männer:

Wir sitzen nicht den ganzen Tag zu Hause herum. Unser Heim ist auch unser Arbeitsplatz, unsere Hoffnung, unser ein und alles, und wenns ganz schlimm kommt, haben wir wirklich nix anderes, nicht mal eine Teilzeitstelle als Kassiererin im Supermarkt. Erkennt das an! Euch die Steppe, uns die Höhle – wo immer die auch sein mag – und die Kinder!

Und ihr, die Mit-Frauen:

Wir jammern nicht, wir können uns nur nicht mehr helfen, weil ihr uns nicht helfen wollt, und alleine haben wir es schwer. Wie wäre es mit einem gemeinsamen Kaffeeklatsch auf dem Spielplatz? Zwischen Sandburgen, aufgeschürften Knien, Keilereien und klebrigen Rotznasen? Auch wir können uns dort schöngeistig unterhalten, selbst wenn die Designerklamotten leiden (und wir haben die passenden Reinigungstipps, die geben wir euch gratis!).

Ob mit oder ohne Studium oder IHK-Ausbildung: Wir sind qualifiziert für unseren Job, genau wie jeder andere Arbeitnehmer auch.

In diesem Sinne: Hoch die Kaffeetassen!

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