Nähkästchen – neue Serie

Es ist mal wieder an der Zeit mitzuteilen, wie man NICHT reich und berühmt wird. Und das tue ich mit einem weinenden und einem lachenden
Auge.

1. Zur Erklärung: Harry-Potter-Syndrom (HPS)
Kurzsichtigkeit, große runde Augen, schwitzige Haut bei der Erwähnung „Bestseller“, unstillbares Verlagen, ein gleichrangiges Buchwerk zu verkaufen. Vermehrter Konsum von Sendungen wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Germanys next Topmodel“ sowie unter Entwicklung von Ausschlag Aufzeichnungen des „Literarischen Quartetts“ mit Marcel Reich-Ranicki in der Hoffnung, dass der eigene Titel dort verrissen wird (auch wenn er noch in der Schublade schlummert). Wird oft mit Zauber- und Schreibkursen behandelt, allerdings mit mäßigem Erfolg.

2. Zur Erklärung: J.-K.-Rowling-Wahn (JKRW)
Wir wissen, welchen gigantischen Einfluss dieser Zauberlehrling auf die literarische Welt hatte, und wir haben 10 Jahre dabei zugesehen, wie sich einige wenige damit die Taschen gefüllt haben. Diese Beobachtung schlägt sich auch im o. g. Syndrom nieder. Allerdings vergessen die daran Leidenden nur zu gerne, wie hart Miss Rowling arbeiten musste, um die HP-Bände zu erstellen und dass sie vorher auch ein paar Jahre studiert hat (und im Gegensatz zur gängigen Meinung ein Studium auch nicht von Pappe ist). Heilungschancen bestehen bei dem, der sich der immerwiederkehrenden Tortur der Textarbeit unterwirft und es wie der gute alte Hemingway macht: Nein, nicht saufen, huren und rauchen wie ein Schlot, sondern eine Kurzgeschichte bis zu 38 mal neu verfassen, bis wirklich jedes Wort sitzt. Danach kann man überlegen, ob man sich freiwillig einweisen lässt oder die Geschichte einem Agenten übergibt, damit er einen Verlag dafür findet.

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