Vor 20 Jahren – Experiment

… war bestimmt was los in der Politik, aber ich will jetzt mal was Persönliches schreiben. Denn mir ist aufgefallen, dass ich die große Kunst des Nichtssagens beherrsche, was mitunter zwar nützlich, aber manchmal nicht ganz so dringend nötig ist, also, Achtung, Nähkästchen – auf!

Denn mir kam heute Nacht der Gedanke, dass es ja nicht möglich ist, die Vergangenheit zu verändern, egal ob man per Zeitschleife zurückreist und seinen eigenen Großvater umbringt oder im guten alten Stil des Marty McFly mal eben mit dem Delorean durch die Jahrhunderte heizt und letztlich alles wieder so hinbiegt, dass gar nichts geschehen ist, denn die Zukunft – Hollywood sei Dank – ist für alles und jeden offen.

Aber was ist mit den Dingen, die man nicht so prickelnd fand? Da gibt es sicher bei jedem einiges, ich nehme mich da nicht aus – unter dem man vielleicht heute noch leidet oder das einen immer wieder zum Grübeln bringt. Wenn das und das nicht geschehen wäre, wäre es heute so und so. Ob es dann allerdings besser wäre, weiß man ja nicht, weil Parallelwelten im Großen und Ganzen eigentlich nur dazu taugen, den Leser bei Terry Pratchett & Co. zu verwirren, ellenlange Zeithosen zu schneidern und sich darin zu verirren … Aber das ist ja alles nicht neu, und das wollte ich auch nicht erzählen.

Denn es ist folgendes passiert: Ich lag mal wieder wach und ließ die Gedanken schweifen. Und da kam mir die Idee, dass man die Vergangenheit im Nachhinein nicht nur beschissen finden kann, sondern in Gedanken auch verändern. Nur in Gedanken, wohlgemerkt. Ich weiß nicht, ob es an der Uhrzeit lag oder an den Gedanken oder einfach daran, dass der richtige Zeitpunkt war – ich habe es versucht, habe mir eine angenehme Alternative ausgemalt, habe mich gefreut, dass plötzlich alles so leicht war und bin darüber eingeschlafen, mein Vergangenheitsutopia weiter träumend. (Ob das eine psychologische Technik ist, kann ich jetzt spontan gar nicht sagen, würde aber auf katathymes Bilderleben (KIB tippen. Also im weitesten Sinne.)
Beim Aufwachen war das gute Gefühl noch da, die Vergangenheit zwar auch, aber das Gefühl war stärker. Autosuggestion at its best.

Was sagt mir das? Es war durchaus sinnvoll, viel Geld und eine extrem spannende Zeit in das Psychologiestudium zu stecken und sich selbst zu erforschen. Zwar hat es lässig 5 Jahre gedauert, daraus auch ein paar Erkenntnisse zu ziehen – immer wieder mal, wenn es sich gerade ergab – aber dafür, dass ich heute morgen so frisch und vor allem gedanklich leichter aufgewacht bin, hat es sich schon unzählige Male bewährt.

Ich spare mir jetzt das Sprücheklopfen à la „Der Weg ist das Ziel“ und „Alles wird gut“, das wisst ihr selbst. Ich wollte nur, dass ihr wisst, dass es mir genauso geht wie jedem anderen normalen Menschen auch.

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