Warum man einen Verlag gründet

Als ich auf die Idee kam, dass die Welt meine Worte braucht, war es für mich nur konsequent, gleich ganz oben anzufangen, auch wenn ich nicht unbedingt Ahnung von dem hatte, was ich tat. Das ist mir drei Jahre später erst so richtig aufgegangen. Aber es passt ins neurotische Profil: Andere wollen berühmt werden, dick Kohle verdienen und sich in der Anerkennung suhlen, die sie von ihrer Umwelt bekommen (oder eben nicht).

Okay, okay, ich hätte auch ganz unten anfangen können. Als Autor mit ebenso wenig Ahnung. Aber ich wollte ganz schnell ganz viele Leute kennenlernen, und das hat funktioniert 😉

Inzwischen ist es so, dass ich pro Tag 50 E-Mails bekomme, die von 30 verschiedenen Leuten geschrieben werden. 20 davon melden sich regelmäßig (Autoren und Druckereien), 5 wollen mich an etwas erinnern (Lizenzgeber für Verpackungsgebühr, eine europäisch agierende Druckerei, ferne Bekannte, nahe Verwandte und manchmal auch ich selbst, wenn ich zu schnell mit den Short Cuts war), und 5 sind neu. Davon fallen 4 mit der Zeit wieder weg. Rechnet man das auf die nächsten drei Jahre hoch – wird mir ganz schwindelig. Warum habe ich eigentlich nur zwei Arme? Mit je 5 Fingern? Warum heiße ich nicht Dolly und stehe auf einer Schwafsweide?

Weil das Ausmaße annimmt, die man fast nicht mehr beschreiben kann, werde ich mich jetzt wohl oder übel an Facebook gewöhnen. Facebook an sich ist nicht schlimm. Dass man Nachrichten für alle Welt herausgeben muss, um im Gespräch zu bleiben, ist um so schlimmer. Ich vermülle quasi das Netz mit meinen mehr oder weniger interessanten Nachrichten, genau wie eine Million andere Individualisten. Will man das auch wirklich alles lesen? – Wir werden sehen. Auf jeden Fall freue ich mich auf Feedback bei Facebook.

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