Zwanzigseiter: Sternenreiter – Kleine Sterne leuchten ewig von Jando, Antjeca

„Ein Buch über Freundschaft, Menschlichkeit und die Verwirklichung von Träumen.“ So lautete der Klappentext. Und neugierig macht die sorgfältige Gestaltung des Anfangs auch.

Dann der erste Pferdefuß: Ich hätte den zweiten Absatz dem ersten vorgezogen. Denn da wird der Text mit schlabberigen Allgemeinplätzen eingeleitet („Die Sterne leuchteten heller als sonst. Das Meer war ruhig. Im Mondlicht schimmerte es silbrig grau.“), die man schon sooo oft gelesen hat und die eine einfache Beschreibung der Äußerlichkeiten beinhalten – aber keine Atmosphäre. Genau so stelle ich mir zwar das Meer vor – aber nicht so langweilig.

Packender ist der zweite Absatz: „Fünf Jahre sind vergangen, seit ich diesen sonderbaren – nein, sonderbar wird ihm nicht gerecht – vielmehr einzigartigen Jungen kennenlernen durfte.“ Da kommt Spannung auf: Warum war er so einzigartig? Und was hat der Junge mit dem Autor angestellt? Ein wenig irritieren mich die vielen Absätze, sie zerstückeln die nächsten Aussagen meines Erachtens zu sehr, das hätte man auch geschlossener gestalten können.

Dann geht es zur Sache: Mats arbeitet zu viel und bekommt von seiner Familie nichts mehr mit. Dieses Thema kennen viele Leser – und lernen gleich noch Mats‘ Frau kennen, Kerstin, die ihm auf den Kopf zusagt, dass sie und die Kinder für ihn keine Rolle mehr spielen. Mats gibt sich Mühe, das kommende freie Wochenende nicht zu vergessen, doch die Arbeit – die Arbeit!

Als ich mich frage, ob er tatsächlich ans Wochenende denkt, endet die Leseprobe. Und ich bin ein wenig unzufrieden. So viel Inhalt – aber in Allgemeinplätzen abgehandelt. So viel Drumherum – aber die Quintessenz ist, dass der „Held“, also Mats, seinen Lebenszweck als Arbeitstier sieht, das „nicht anders kann“, und das stößt mich ab. Natürlich kann er etwas dafür, denn er sagt ja nicht nein, wenn er es könnte, obwohl ein Kollege es ihm vorlebt: „Rufen Sie ruhig an, wenn Sie Fragen haben, dann kann ich verschwinden“ o. ä. Dieses Buch könnte ein Ansatz zur Lebenshilfe sein, aber eine „richtige“ Geschichte ist es definitiv nicht. Auch den Schreibstil finde ich etwas unausgegoren. Literatur bzw. Geschichten erzählen bedeutet für mich, neue Worte zu finden, um den Leser mit bekannten Dingen trotzdem zu überraschen. Nun ja. Vielleicht kommt da ja noch was vom Autor.

Fazit: Als Zielgruppe würde ich Leser mit Fragen sehen, die schnelle Antworten brauchen, um selbst weiterzudenken. Dahingehend passt der Text schon. Wer mehr möchte, sollte auf den „Kleinen Prinz“ zurückgreifen.

Sternenreiter – Kleine Sterne leuchten ewig von Jando, Antjeca, E-Book 3,99 €, Gebundene Ausgabe 13,95 € , Audio 14,95 €

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