Liebe Fahrradfahrer: Ab heute bin ich Regel-Spießer!

Heute morgen wollte ich auf einem schmalen Erlanger Fahrradweg links abbiegen, gab erkonservativ Handzeichen, weil „man“ das ja mal so gelernt hat. Und plötzlich weicht Miss Nett, die mir zunächst auf der richtigen Seite entgegenkam, auf meine Spur aus, um mir quasi ihre Vorfahrt auf der falschen Fahrseite anzutragen – und rauschte um Haaresbreite rechts an meinem Vorderreifen vorbei, weil ich vor lauter Schreck nicht mehr ausweichen konnte. Ihre Begründung: „Aber ich wollte doch nur nett sein!“ So hätte Miss Nett, die dumme kleine Schwester von Miss Scheiße, fast mein Fahrrad zerbröselt. Wäre sie doch lieber „unnett“ gewesen und hätte sich an die Verkehrsregeln gehalten!

P. S.: Miss Nett war beleidigt, dass ich mich nicht für ihr hirnloses Verhalten bedankt habe.

P. P. S.: All das fand auf einem offiziell von Schülern genutzten Weg statt. Liebe Elternbeiräte, statt Kuchen zu backen, würde es nicht schaden, Gymnasiasten, Real- und Mittelschülern noch mal einen Kurs zum Thema Verkehrsverhalten angedeihen zu lassen – und die Eltern gleich dazuzuholen. Diese Schüler werden in ein paar Jahren in Autos auf die Menschheit losgelassen – mir graut es jetzt schon davor.

P.P.P.S.: Liebe Erwachsene, wenn ihr das nächste Mal auf den Bürgersteigen zur Arbeit fahrt, bleibt wenigstens stehen und entschuldigt euch, falls ihr damit einen Fußgänger zum Hechtsprung in die nächste Hecke animiert. Dann wären die blauen Flecken leichter zu ertragen.

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6 Antworten zu “Liebe Fahrradfahrer: Ab heute bin ich Regel-Spießer!

  1. Wie wäre es mit Regel-Spiesser, statt regel-Nazi?

  2. Ich finde, die Radfahrer von heute sind fast alle zu aggressiv – vor allem in den Großstädten. Sie fahren einfach irgendwie. Ganz schlimm finde ich es persönlich, wenn sie – was leider viiiiel zu oft vorkommt – einfach über rot fahren und bei Fußgängerübergängen nicht stehen bleiben. Wenn man sie dann auf ihr Fehlverhalten hinweist, bekommt man nur eine schnelle Beleidigung zugerufen.
    Ich wäre sofort dazu bereit, ein paar Euro mehr Steuern zu zahlen, wenn man dafür extra Rad-Polizisten einstellt. Das kann es wirklich nicht sein, dass Leute mit so etwas ungestraft davon kommen, nur weil es von offizieller Seite kein Interesse dafür gibt. Bei der Polizei kann ich ja auch nicht einfach sagen „…Er hatte ein grünes Rad und braune Haare“. Dann schicken sie mich lachend wieder raus.

    • So seh ich das auch. Viel lieber wäre es mir jedoch, wenn die lieben Radfahrer den Helm nicht nur deshalb auf dem Kopf haben, weil es „stylisch“ ist, sondern weil sie damit tatsächlich (eventuell vorhandenen) Gehirnschmalz schützen können. Will sagen: Nur weil man einen Helm trägt, braucht man das Denken nicht einzustellen … Trotzdem einen guten Start in die Woche 😉

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