Lieschen-Müller-Syndrom

Kennt ihr sie auch, die vielen, vielen Vorbehalte gegen Selfpublisher? Jetzt haben es die Kleinverleger auf der Beliebtheitsskala bei einigen Zeitgenossen auf das gleiche Treppchen geschafft. Jemand nannte Leute wie mich „Träger des Lieschen-Müller-Syndroms“, was anscheinend bedeutet, dass man, statt der Menschheit allumfänglich zu dienen, u.a. unnütze Printwerke fabriziert und damit den „Buchmarkt mit unechter Literatur erstickt“. Weiterhin zeugen Leute wie ich nicht nur vom Untergang des Abendlandes (Wär’s schade drum? Und wenn ja, welchen Teil lassen wir als ersten krachen?), sondern wir tragen dazu bei, dass es irgendwann keine unabhängigen Buchhandlungen mehr geben wird, weil diese „Schundliteratur des Bodensatzes“ nicht gekauft würde. (Dafür müsste der Buchhandel meine Werke erst mal flächendeckend auslegen, aber okay, das ist ein anderes Thema.)

Hm. Ich möchte jetzt spontan eine Selbsthilfegruppe gründen, damit ich über mein Syndrom sprechen kann, um mich davon zu befreien. Hallo, mein Name ist Michaela, ich habe das Lieschen-Müller-Syndrom und gehöre zur Spezies der Buch-Zwitter: zu klein, um überall bekannt zu sein, aber zu sehr mit der Wirtschaft verknüpft, um als „freie Publizistin“ gesehen zu werden. Oder so ähnlich 😉

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