Reich & berühmt – oder lieber unsterblich?

Wie ich’s gern hätte!

Also, manchmal frage ich mich ja schon, warum Autoren meinen, ihre Texte seien nur etwas wert, wenn sie „richtig erschienen“ sind, mit ISBN und allem Drum & Dran. (Ein Geist ist ja auch nicht echt, nur weil er einem „erschienen“ ist, aber das ist nur mein übliches Randgefrotzel.) Will sagen: Eigentlich wollt ihr ja, wenn ihr schon nicht reich und berühmt seid, ein Werk für die Ewigkeit schaffen, oder? Am besten noch ein neuntes Weltwunder oder so – ganz schöne Profilneurose 😉

Jetzt aber mal im Ernst: Das mit dem Reichsein ist Glückssache, und Ruhm ist nicht jedermanns Sache, weil nicht jedermann wirklich mit Ruhm umgehen kann. Unsterblichkeit ist dagegen schon ganz einfach zu erreichen: Man schickt sein Werk an die Nationalbibliothek in Frankfurt oder Leipzig (welche Nat-Bib für welches Bundesland zuständig ist, erfährt man im Internet), ggf. noch an die Landesbibliothek – und das war’s. Das Werk muss nicht mal in Buchform erscheinen, geschweige denn irgendwie offiziell mit ISBN „erschienen“ sein. Es reicht, dass es existiert und der Urheber kenntlich gemacht ist – und feddich. Denn die Deutsche Nationalbibliothek sammelt alles, was publiziert wurde, weil sie dazu verpflichtet ist. Sie sammelt z. B. auch sog. Fanzines, früher auf Papier, inzwischen wahrscheinlich auch elektronisch, die ohne ISBN oder ISSN oder andere Codes erscheinen, so lang es etwas mit Literatur zu tun hat. Sammelt und dokumentiert und macht der Öffentlichkeit zugänglich. Einfach so. Weil das gut ist für unsere Kultur. Und damit ist man schon mal unsterblich für die nächsten Generationen. Lässig, oder?

Mehr Infos gibt es hier:

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11 Antworten zu “Reich & berühmt – oder lieber unsterblich?

  1. Ich weiß, ich bin immer der Böse, der Ihnen Anmerkungen an den Kopf knallt… 😀

    …aber: Da fehlt der Link!

    Meinten Sie eventuell das?

    http://www.dnb.de/DE/Wir/wir_node.html;jsessionid=E3D00FBBDB6E669887C9F525B49BEB48.prod-worker3

  2. Man muss nicht berühmt UND reich sein, um unsterblich zu werden …. aber es erleichtert die Sache ungemein.

  3. Wir lernen uns langsam kennen, wie ich sehe …

  4. Manchmal reicht es auch, einfach nur das zu tun, was richtig für einen selbst ist. DAS überlebt einen … und macht einen somit unsterblich. Ich denke da zB auch an Enescu und Maruca …

  5. oder ans Kinderkriegen. Allerdings habe ich das für mich nicht in Erwägung gezogen, so bleibt nur …

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