Der Superblogger-Burnout

Isses schon immer so oder fällt es mir gerade extrem auf? Statistiken zum eigenen Blog sind anscheinend voll der Burner. Auf der einen Seite ist es schön zu lesen, dass die Blogs von Bekannten sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Andererseits wirken Einschübe à la „noch mehr bloggen, um noch mehr Besucher anzuziehen“ oder „habe jetzt ein paar Wochen super durchgehalten und täglich gebloggt“ etwas verstörend. Wie viel Druck sollte man sich machen, wenn man ganz privat bloggt? (Und wie viel Druck braucht man, wenn man damit ein Mini-Unternehmen in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt?)

Liebe Blogger, tut euch mal die Ruhe rein. Eure Follower folgen euch, weil ihr über etwas schreibt, das sie selbst bewegt, und da kommt es m.E. nicht so sehr auf die Masse an. (Das schreibt auch wieder die Richtige …) Z.B. ich mag eure Beiträge, weil sie von euch kommen, weil wir uns für ähnliche Themen interessieren, weil mir euer Schreibstil gefällt, weil … weil eben. Ich weiß, dass die Bestrebungen zu höher-schneller-weiter groß sind, aber hey! Das Internet soll auch Spaß machen. Schielt nicht so sehr auf die Zahlen – schreibt einfach, weil es inzwischen zu unserer Kultur gehört, über sich im Internet zu berichten. Und lasst euch nicht bange machen von den Superbloggern mit Tausenden von Followern auf zig Social-Media-Plattformen. Nur weil so viele Leute deren Meinung wiedergeben („teilen“), heißt das noch lang nicht, dass diese Meinung auch im kollektiven Gedächtnis etwas bewirkt. Ich glaube fest daran, dass es die vielen „kleinen“ Meinungen der eher unbekannten Blogger sind, die Bewegung in die virtuelle Welt bringen (kann man derzeit ja auch an der „Flüchtlingsdebatte“ sehen).

Und hey! Auf eure nächsten Beiträge freue ich mich trotzdem schon wie Bolle.

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