Ballerina High – Diana: Der Roman mit den vielen Gesichtern 1

LL_53_BHigh03_Diana_CS_Cover03U1_140Nachdem ich mit der Namensfindung bei »Eurydike« erstaunlich wenig Schwierigkeiten hatte, wurde es beim dritten Band wieder kniffelig: Der offizielle Name des Grand Pas de Quatre war der Verlegerin »zu französisch« – ach was! Und es ließ sich auch kein Name aus der Hintergrundgeschichte zum echten Grand Pas de Quatre als Titel verwursten, obwohl für das Ballett-Divertissement, das Jules Perrot 1845 choreografierte, gleich vier Primaballerinen mit jeder Menge Extravaganzen zur Auswahl standen. Zwar klingen die Namen Lucile Grahn, Carlotta Grisi, Fanny Cerrito und Marie Taglioni nach großen Dingen, die in Spitzenschuhen auf die Schüler der Youth Ballet High School zueilen. Der Vorname der Ballerina Marie Taglioni war eine Weile im Gespräch, weil ihr Vater angeblich die Spitzenschuhe erfunden hat; mehr dazu im Werkstattbericht zu Band 4. Aber »Marie« kam mir dann doch zu brav daher. Schließlich wird am Ende des Romans nicht nur mit Worten ausgeteilt.

Und so kramte ich noch einmal ausführlich in der Kiste der mythologischen Namen. Mehrere Tage diskutierte ich mit meinen Liebsten darüber. Den Weg, den die Namensentscheidung schließlich nahm, kann ich nicht mehr vollständig nachvollziehen, weil zu viele Namen auf dem Abendbrottisch landeten und teilweise noch den allerersten Plotentwürfen entsprachen, die zum Diskussionszeitpunkt nicht mehr existierten.

So war z.B. der Name »Othello« hinfällig. Der eifersüchtige Feldherr der gleichnamigen Ballettoper, der am Ende seine geliebte Frau Desdemona erwürgt, war ursprünglich die Vorlage für Sam Connor, den rehabilitierten Ladendieb. Mir schwebte ein hochneurotischer Jugendlicher mit psychotischen Schüben vor, bis ich merkte, dass Sam etwas ganz anderes im Sinn hat. (Er hat einfach so damit angefangen. Und ich konnte nix dagegen machen). Folglich hat Sam Jade zwar übel mitgespielt, aber ich hatte Zweifel, ob ein versuchter Mord an Jade nicht doch zu unrealistisch ankäme. (Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben.)

Dann ist da noch der strahlende Held Christopher, der im dritten Roman komplett abstürzt. Auch er sollte nicht zum Othello werden, wie man am Ende sieht, das war mir dann doch zu offensichtlich. Und auch das Namenswortspiel, das Tylor und Christopher öfter spielen, indem sie sich mit den femininen Varianten ihrer Vornamen ansprechen, wollte nicht so recht zünden. Christopher als Othello und Trisha als Desdemona – man kann es auch übertreiben! Außerdem funkte der recht eigensinnig gewordene Sam dazwischen. Da half nur eins: Das Klischee vom marodierenden Antihelden musste irgendwie umgangen werden. Somit wanderte »Othello« zurück in den Kostümfundus und ließ immerhin eine Ahnung von Eifersucht zurück. Schließlich wollte ich irgendwie auch die Todsünden einbauen …

Hier geht’s demnächst weiter: Der Roman mit den vielen Gesichtern Teil 2

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